Referenzübersicht

Prüfung der elektrischen und mechanischen Leistungsschalter-Eigenschaften

Die „Verordnung über elektrische Starkstromanlagen“ (Starkstromanlagen, Stand 20. 1. 1998) sagt aus unter
- Art. 17, Pflicht zur Kontrolle und Instandhaltung ... im besonderen ist zu kontrollieren, ob ... Anlagen und die daran angeschlossenen elektrischen Einrichtungen in einwandfreiem Zustand befinden  ... die Schutzeinrichtungen korrekt eingestellt und wirksam sind im Bereich der Anlagen sicherheitsmindernde Veränderungen eingetreten sind

- Art. 18, Kontrollperioden, unter Absatz 2:

Die Kontrollperioden dürfen fünf Jahre nicht überschreiten.
Ausnahmsweise ... können die Kontrollstellen ... längere Kontrollperiode bewilligen

Diese Aussagen sind entsprechend auch für Leistungsschalter und Schutzgeräte in Mittelspannungs-Schaltanlagen gültig.

Im Zusammenhang mit der Kontrolle von Leistungsschaltern in Netzen der Stromverteilung (relativ wenig Schaltungen) ist ein zweistufiges Vorgehen sinnvoll.

In einer ersten Stufe werden alle Schalter bezüglich ihrer relevanten elektrischen und mechanischen Kennwerte geprüft. Bei der Prüfung der Leistungsschalter werden mit speziellen Prüfeinrichtungen die relevanten elektrischen und mechanischen Parameter des Schalters aufgezeichnet und anschliessend ausgewertet.

Erfahrungswerte aus der Prüfung mehrerer Hundert Leistungsschalter zeigen, dass der Prozentsatz an mit Mängeln behafteten Leistungsschaltern abhängig ist vom Schaltertyp und vom Herstelljahr. Der Durchschnittswert aller geprüfter Leistungsschalter liegt bei rund 8 Prozent.

In einer zweiten Stufe werden anschliessend nur die Schalter revidiert, die bei der Prüfung Mängel zeigten.

Dieses zweistufige Vorgehen hat gegenüber einer allgemeinen Revision aller Schalter folgende Vorteile:

- gesamthaft relevant tiefere Kosten
- unnötiger Austausch von Teilen wird vermieden, es werden nur die
  mangelhaften Teile ersetzt

- Bei Prüfungen werden die relevanten elektrischen und mechanischen
  Kenngrössen erfasst und gespeichert. Diese Werte stehen dann bei der
  nächsten Prüfung in einigen Jahren wieder als Vergleichsbasis zur
  Verfügung, woraus sich das Alterungsverhalten des Schalters
  entsprechend aufschlussreich beurteilen lässt.

Erfasst werden beispielsweise:

- Hub-Zeit-Verhalten des Schalter-Antriebs- und Kontaktsystems,
  Ein- und Ausschaltvorgang  (s. Bilder 1 und 2)
- Schaltverhalten der Schalter-Hilfskontakte (s. Bilder 3 und 4)
- Übergangswiderstand Schalter-Hauptstrompfad, statisch und dynamisch
  (s. Bild 5)
- Isolationsvermögen der Vakuum-Schaltkammern
- allgemeine Kontrolle von Schaltpolen und Antrieb (s. Bild 6)